Mutter- Vater- Kind Wohngruppe - KMV Sachsen gGmbH

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Mutter/Vater-Kind Wohngruppe nach § 19 SGB VIII
 
Teamleiterin: Susan Born
Breisgaustraße 55
04209 Leipzig
Telefon: 0341 231 834-10
Fax: 0341 231 834-09
 
 
 

Kurzbeschreibung der Angebotsspezifik
 
Das Angebot ist für acht Mütter oder Väter und ihre Kinder ausgerichtet.

Die Zielgruppe für die Mutter/Vater-Kind Wohngruppe sind minderjährige und volljährige schwangere Mädchen/ Frauen und Mütter/ Väter mit einem Kind oder mehreren Kindern, die unterstützt und befähigt werden, eigene Entwicklungsaufgaben und das Mutter- oder Vatersein in Einklang zu bringen. Im Sinne der Inklusion schließt die Zielgruppe auch Mütter/ Väter- Kinder mit körperlicher, geistiger, seelischer und/ oder mehrfacher Behinderung ein.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Mutter/Vater-Kind Wohngruppe ist, dass der Einzug der Mütter/ Väter und ihrer Kinder freiwillig erfolgt und diese die Bereitschaft wie auch die Motivation zeigen, an der Planung und Durchführung der Hilfeleistung aktiv mitzuarbeiten.
Für schwangere Mädchen/Frauen ist der Einzug in die Wohngruppe bereits im letzten Trimester der Schwangerschaft möglich.
Im zweiten Obergeschoss der Breisgaustraße 55 in Leipzig befindet sich die Mutter/Vater-Kind WG mit acht abgeschlossenen Wohneinheiten:

  • 4 x 2-Zimmerwohnung à 44,23 m² mit eigener Küchenzeile, Bad, Wohnraum und Schlafraum vier Plätze
  •  2 x 1-Zimmerwohnung (18,47m² und 15,24m²) mit Gemeinschaftsbad und gemeinsamer Küchenzeile für zwei Plätze
  • 2 x 2-Zimmerwohnung (25,10 m² und 18,95 m²) mit je einem eigenen Schlaf- und Wohnraum mit Gemeinschaftsbad und gemeinsamer Küchenzeile für zwei Plätze
  • ein Gemeinschaftsraum mit großer Küchenzeile, Sitz- und Spielecke zur Verfügung.
 
Die Wohneinheiten werden grundsätzlich alle möbliert, dennoch besteht für die Mutter/den Vater die Möglichkeit, eigene Möbel mitzubringen und sich den eigenen Vorstellungen entsprechend einzurichten.
Zur gemeinschaftlichen Nutzung bietet die Einrichtung außerdem einen mit Geräten ausgestatteten Sport- und Fitnessraum. Dieser kann unter anderem für Kurse zur Entspannung genutzt werden. Im Keller befindet sich ein Wasch- und Trockenraum mit den entsprechenden Geräten.
Die Einrichtung befindet sich in einem barrierefreien Wohngebiet mit sehr guter Infrastruktur und ist zentral gelegen. Das Objekt hat drei Etagen, verfügt über einen Fahrstuhl und einen angrenzenden Garten (ca. 4500 m²) mit rollstuhlgerechter Wegeführung und vielfältigen Möglichkeiten für Sport, Spiel und Erholung. Im gleichen Objekt befinden sich außerdem vier Wohngruppen nach § 34 SGB VIII (MINI WG, Kinder und Jugend Wohngruppe und Jugend Wohngruppe 1 und 2). Ein ambulantes Team für HzE ist ebenfalls vor Ort. Die enge Zusammenarbeit zwischen allen Angeboten ist gegeben.
Die Hilfe dient der Persönlichkeitsentwicklung des Elternteils mit dem Ziel einer selbstständigen Lebensführung gemeinsam mit dem Kind und der Entwicklung einer eigenständigen und eigenverantwortlichen Elternrolle.

Das heißt:
  • Unterstützung bei der Entwicklung einer langfristigen Perspektive für Mütter/Väter und ihre Kinder
  • Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung von Schwangeren, Müttern/Vätern insbesondere bei der Stabilisierung der Bindungsfähigkeit, der Entwicklung von Durchhaltevermögen, Konfliktfähigkeit, des Selbstwertgefühls
  • Förderung von Verselbstständigung im schulischen oder Ausbildungsbereich
  • Ermöglichung der Aufnahme einer Berufstätigkeit/ Erarbeitung von Möglichkeiten zur Existenzsicherung
  • Unterstützung und Befähigung der Eltern zur Förderung der gesunden körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung ihres Kindes
  • Vermittlung/ Aufzeigen von Handlungshilfen zur eigenverantwortlichen und selbstständigen Erziehung und Versorgung der Kinder, Haushaltsführung, Umgang mit Geld und ähnliches.
 
Alle Bewohner haben ein außerordentlich hohes Beteiligungsrecht. Ihre Rechte und deren Einforderung werden ihnen ebenso wie ihre Beschwerdemöglichkeiten bei Einzug in die Mutter/Vater-Kind Wohngruppe verständlich erklärt. Im Ergebnis wird ihnen die von beiden Seiten unterschriebene Selbstverpflichtungserklärung (analog der Selbstverpflichtungserklärung des Paritätischen Wohlfahrtverbandes Sachsen) ausgehändigt, in der die Teilhaberechte und Beschwerdemöglichkeiten zusammengefasst sind.
Für die pädagogische Arbeit werden die Mütter/Väter und ihr/e Kind/er in Gruppen unterteilt, so dass eine strukturierte Förderung besser möglich ist und auf die individuellen Entwicklungsaufgaben gesondert eingegangen werden kann.
Zur ergänzenden Feststellung des Hilfebedarfs, sowie einer verbesserten Steuerung individueller Hilfeabläufe wird der Hilfeverlauf in die nachfolgenden drei Phasen unterteilt:

  1. Ankommen, Analyse und Stabilisierung der bereits vorhandenen Elternkompetenzen
  2. Festigung und Erwerb weiterer erforderlicher Elternkompetenzen
  3. Verselbständigung und Vorbereitung des Auszuges
 
Alle Familien durchlaufen diese Phasen vom Einzug bis zu einem positiven Hilfeende. Jede Neuaufnahme beginnt mit Phase eins. Die Dauer der einzelnen Phasen richtet sich nach Individuellem Hilfebedarf sowie den Kompetenzen der Eltern in den Bereichen Fürsorge, Erziehung, Umgang mit Finanzen und Behörden sowie individuellen Themenbereichen wie zum Beispiel Drogenkonsum oder emotionale Stabilität.
Bei auftretenden Krisen ist die Möglichkeit gegeben, die Mutter/ den Vater kurzzeitig von der Kinderbetreuung zu entlasten und die Betreuung durch das Fachpersonal zu sichern.
Für jede Schwangere, jede Mutter/ jeden Vater gibt es ein besonderes Beziehungsangebot durch zwei pädagogische Fachkräfte. Durch das Bezugsbetreuersystem können aufgrund gemeinsamer Entscheidungen einseitige Abhängigkeiten, zum Beispiel durch zu starke Bindung einer Fachkraft an die Mutter/ den Vater/ das Kind oder Fehlentscheidungen eines Bezugsbetreuers weitestgehend ausgeschlossen werden. Das Bezugsbetreuerteam begleitet die Mutter/ den Vater und ihr/e Kind/er während des gesamten Aufenthaltes. In dieser pädagogischen Beziehung erfährt die Mutter/ der Vater eine kontinuierliche und verlässliche Zuwendung, die es ermöglicht, die eigene Persönlichkeit zu stabilisieren, zu strukturieren und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Die KMV Sachsen gGmbH bietet außerdem individuell auf den Einzelfall bezogene Förderangebote an, die in Absprach mit dem ASD über Fachleistungsstunden erbracht werden können.
Werden die Mütter/Väter mit ihren Kindern nach erfolgreicher Hilfe in ihren eigenen Wohnraum entlassen, kann eine mögliche ambulante Nachbetreuung durch ihnen bekannte Mitarbeiter der Sozialpädagogischen Familienhilfe der KMV Sachsen gGmbH stattfinden, so dass über den Aufenthalt in der Wohngruppe hinaus Kontinuität in der pädagogischen Arbeit und ein Fortbestehen des aufgebauten Vertrauensverhältnisses für die Mütter/Väter und ihre Kinder gewährleistet werden kann.
Wenn Eltern an ihre Grenzen geraten und es deutlich wird, dass sie das selbständige Leben mit dem Kind nicht zum Wohle des Kindes organisieren können, muss ein anderer Rahmen gefunden werden, damit das Kind in einer Umgebung mit der für seine Entwicklung nötigen Stetigkeit und Geborgenheit leben kann. Fällt die Entscheidung für eine Pflegefamilie, so kann beispielsweise unter Anwendung der Methode Familienrat das Kennenlernen der am Hilfeprozess Beteiligten, der Einzug des Kindes sowie die Arbeit mit den leiblichen Eltern und den Pflegeeltern vorbereitet und begleitet werden. Wird im Hilfeplangespräch eine stationäre Unterbringung des Kindes nach § 34 SGB VIII festgelegt, bieten die MINI WG und die Kinder und Jugend Wohngruppe der KMV Sachsen gGmbH nach § 34 SGB VIII im Objekt dem Kind die Möglichkeit, weiterhin im gewohnten Umfeld zu verbleiben. Den Eltern kann eine Wohnung in der unmittelbaren Nähe der Einrichtung vermittelt werden, so dass eine intensive Elternarbeit mit Einbindung der Eltern in den Tagesablauf der Kinder möglich ist.
Durch die unmittelbare Nähe zu den anderen Angeboten der KMV Sachsen gGmbH und dem KMV Sachsen e.V. sind Synergieeffekte vorhanden. So können sich Mütter und Väter in gemeinsamen Gesprächsrunden treffen, gemeinsam Feste und Feiern gestalten, die Angebote des BiG (Begegnungszentrum im Grünen) nutzen oder sich austauschen, in Alltagsprozessen unterstützen oder gemeinsam lernen.

 
 
 
 
 
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