MINI Wohngruppe - KMV Sachsen gGmbH

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MINI Wohngruppe nach § 34 SGB VIII
 
Teamleiterin: Sabine Klotke
Breisgaustraße 55 
04209 Leipzig
Telefon: 0341 231 834-13
Fax: 0341 231 834-09
 
 

Kurzbeschreibung der Angebotsspezifik
 
Das Angebot ist für acht Kinder ausgerichtet.
 
Die Zielgruppe für die Kleinstkindwohngruppe sind Eltern, die aufgrund bestimmter Lebenslagen eine dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht gewährleisten können und somit einer Unterstützung bedürfen für deren Kinder mit einem Aufnahmealter ab Null bis drei Jahren (bei Geschwisteraufnahmen bis fünf Jahre). Die Altersstaffelung im Gruppenbetrieb beträgt: nicht mehr als vier Kinder unter einem Jahr; davon nicht mehr als zwei unter einem halben Jahr.
Zielgruppe sind Sorgeberechtigte, die einen Bedarf an Anregung, Kommunikation, an pädagogischer und sozialpädagogischer Unterstützung haben, um ausreichende Fürsorge- und Erziehungskompetenzen zu entwickeln auch im Haushalt der Herkunftsfamilie. Die Beteiligungsrechte/ Kinderrechte sind garantiert. Die Sorgeberechtigten werden von Anfang an befähigt und angehalten, den Kontakt zu ihrem/ ihren Kind/ Kindern zu halten und werden intensiv motiviert, aktiv an der Lösung mitzuarbeiten.
Ziel der Arbeit ist die Befähigung zur grundlegenden elterliche Sorge, um eine Rückführung der Kinder in den Haushalt der Eltern innerhalb eines Jahres zu ermöglichen.
Ziel ist die Förderung von Kindern in ihrer Entwicklung durch eine Verbindung von Alltagserleben und zielgerichteten sozialpädagogischen Angeboten zur Erfüllung ihrer Entwicklungsaufgaben und ihrer sozialen Integration.

Perspektivziel des Angebotes ist:
  • grundsätzlich die Rückführung der Kinder/ Jugendlichen in die Familie oder
  • die Vorbereitung der Erziehung in einer anderen Familie
 
Die WG befindet sich separat mit eigenem Zugang auf der ersten Etage des Gebäudes in der Breisgaustraße 55 in Leipzig. Die vier Räume sind für jeweils zwei Kinder in einem Altersabschnitt bzw. für Geschwister gestaltet. Zusätzlich gibt es zwei Gruppenbereiche mit integrierter Küche, Sitz- und Spielplatz, und verschiedene Rückzugsmöglichkeiten. Weiterhin gibt es ein Büro und einen Besprechungsraum, der für Beratungsgespräche mit den Einzelfamilien genutzt wird.
Die Besonderheit des Angebotes, ausschließlich Kleinst- und Kleinkinder aufzunehmen, macht es notwendig, besondere Ausstattungsgegenstände vorzuhalten. Das sind: altersgerecht möblierte Zimmer mit Kleinst- und Kleinkinderbetten, Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kleidung und Spielzeug, sicherheitsgeprüften und zertifizierten Wickel- und Badeplätzen, eine Windelspüle, eine Milchküche und einen Infektionsschutzraum. Zusätzlich hat die WG Babyfone und Kinderwagen in verschiedenen Ausführungen für zwei bis vier Kinder sowie einen Krippenwagen für bis zu sechs Kinder.
Die Wohngruppe befindet sich in einem barrierefreien Objekt, welches den baulichen Ansprüchen (DIN 18040-1; DIN 18040-2) für Personen mit Behinderungen entspricht.
Das Objekt hat drei Etagen, verfügt über einen Fahrstuhl und einen angrenzenden Garten (ca. 4500 m²) mit rollstuhlgerechter Wegeführung und vielfältigen Möglichkeiten für Sport, Spiel und Erholung.
In der Wohngruppe für Kleinstkinder liegt das Hauptaugenmerk der Betreuung auf der Gestaltung der Nestwärme für die Kinder und in der Gestaltung des gelingenden Alltags mit den Kindern und den Eltern. Bei diesem Prozess werden die Kinder und Eltern individuell betreut, so dass sie dem Hilfeauftrag entsprechend gefördert werden können. Die behutsame und auf die Heuristik begründete Erziehungseinstellung nach Emmi Pikler ist dazu handlungsweisend. Das bedeutet folgende Erziehungsprinzipien zu leben: Respekt vor der Eigeninitiative des Kindes; Unterstützung seiner selbständigen Tätigkeit; Unterstützung einer stabilen persönlichen Beziehung des Kindes zu relativ wenigen, aber vertrauten Personen; Bestreben und Befähigen, dass sich jedes Kind angenommen und anerkannt fühlt; Förderung des optimalen körperlichen Wohlbefindens.
Die Herkunftsfamilie wird intensiv in das Alltagsgeschehen einbezogen, so dass die Bindung zur Familie gesichert ist oder aufgebaut werden kann. Tägliche Anwesenheit der Sorgeberechtigten im Rahmen von zwei Stunden wird von den pädagogischen Mitarbeitern präferiert.
Zu den Schwerpunkten der pädagogischen Arbeit mit den Eltern gehören insbesondere die Entwicklung einer stabilen emotionalen Eltern-Kind-Bindung und fürsorgerischer sowie erzieherischer Fähigkeiten der Eltern. Eine Elternarbeit mit Einbindung der Eltern in den gesamten Tagesablauf der Kinder ist möglich. Dazu gehört ebenso, dass die Eltern tagesstrukturierende alltagsorientierte Angebote wie z.B. Kochen für sich und das Kind, Pflegen und Betreuen des Kindes, Arztbesuche, Spielangebote und Familienfreizeiten nach einem für die Familie erarbeiteten individuellen Plan (Angebot und Zeit) und passend zu den Hilfeplanzielen nutzen, um die Erreichung des Zieles sicher feststellen zu können.
Wir arbeiten nach dem Bezugsbetreuerprinzip. Durch den Bezugsbetreuer, den Elterncoach und den Teamleiter können aufgrund gemeinsamer Entscheidungen einseitige Abhängigkeiten, zum Beispiel durch zu starke Bindung einer Fachkraft an das Kind oder Fehlentscheidungen einer Fachkraft weitestgehend ausgeschlossen werden. Ebenso kann dem Loyalitätskonflikt der Beziehungs-Triade: Betreuer, Eltern, Kind besser begegnet werden, wenn Elterncoach und Bezugsbetreuer nicht ein und dieselbe Person sind. Die Bezugsbetreuer begleiten die Kinder während des gesamten Aufenthaltes vertrauensvoll und sind die ersten Ansprechpartner der Herkunftsfamilie und Bezugspersonen für alle relevanten Alltagsaufgaben: Wärme, Behaglichkeit, Kinderschutz, Schlafen, Essen, Pflegen, Kleidung, Gesundheit, Spielen, Entwicklung, Gruppenalltag, Familientraditionen, Feste, allgemeine Elternarbeit und Kontaktpflege (soziales Netzwerk/ Kinderarzt/ KITA usw.). Hierzu befinden sie sich im steten Austausch mit den sorgeberechtigten Eltern, um deren Erziehungsvorrang zu wahren. Gemeinsam mit der Teamleitung und dem Elterncoach arbeiten die Bezugsbetreuer aktiv an der Hilfeplanumsetzung und werden zunehmend befähigt, das Verfahren selbständig zu dokumentieren.

Zusätzlich arbeitet in der WG Gruppenübergreifend eine Fachkraft als elternaktivierender Coach mit der Aufgabe der planvollen expliziten Elternarbeit, losgelöst von der Alltagsarbeit. Wir halten eine Trennung der intensiven individuellen sozialpäd. Diagnostik, der Förderung und Beratung der Familien und der in einem direkten personalen Verhältnis arbeitenden Bezugsbetreuung für zielführend und damit notwendig. 
Der Elterncoach mit systemischer Beraterausbildung nimmt an den Hilfeplangesprächen leitend als Fachkraft der WG teil. Er leitet die sozialpädagogischen Fachkräfte gemeinsam mit der Teamleitung im Hilfeplanprozess an.
MINI WG Mutter mit Baby und Elterncoach

Der elternaktivierende Coach wird Einzelgespräche mit den Sorgeberechtigten führen, Reflexionshilfen und themenbezogene Elternseminare anbieten, Elterntraining, Biografiearbeit und Hausbesuche durchführen. Unter seiner Leitung finden Aufnahmegespräch, regelmäßige Fallberatungsgespräche und das Abschlussgespräch statt. Die Aufgaben des Elterncoaches und die der Bezugsbetreuer sind klar voneinander getrennt.

Die pädagogische Arbeit gliedert sich in vier Phasen auf.
Die erste Phase (Einzug) beinhaltet den Einzug und die damit verbundenen Vorbereitungen. Zeitlich liegt diese Phase vor dem Einzug in die WG. Platzanfrage, Erstgespräch in der WG mit Äußerung der Wünsche und Vorstellungen der Sorgeberechtigten, Bescheid über Hilfeübernahme oder Nicht-leisten-Können aus gewichtigem Grund durch die WG an den ASD, bei Hilfeübernahme terminieren des Einzuges.
Ein Neueinzug kann immer nur im Abstand von einer Woche zum vorherigen Neueinzug geschehen. Ein Neueinzug findet vorzugsweise am Vormittag eines Werktages statt. Mit dem Tag des Einzugs, dem Übernehmen der persönlichen Dinge und dem Zeigen der WG, sowie unterschreiben wichtiger Papiere endet die Phase eins.
Phase zwei (Ankommen) beginnt am Tag zwei nach dem Einzug und dauert bis zu sechs Wochen, bis zum Erstellen des Arbeitskonzeptes. Sie ist gekennzeichnet durch gegenseitiges Kennenlernen, Motivation der Eltern zur Mitarbeit und Erfassen der Ausgangslage. Am Ende der Phase zwei steht das Arbeitskonzept zum Hilfeplanverfahren, der individuelle Erziehungsplan mit Angeboten und Zeiten ist arbeitsbereit, die Eltern sind durch die Fachkräfte motiviert zur aktiven Mitwirkung und erhalten Wertschätzung und Anerkennung, um sich gut angekommen und angenommen zu fühlen.
Die dritte Phase (Lösungsphase) beginnt nach Inkrafttreten des Arbeitskonzeptes und wird die längste Phase sein. Sie kann zwischen sechs und 38 Wochen dauern. Inhalte sind das intensive sozialpädagogische Arbeiten, insbesondere das aktive Mitwirken der Eltern.
Die vierte Phase (Befähigung) stellt das intensive Training alles Gelernten dar, um die Befähigung der Eltern und die Rückführung der Kinder in den Haushalt zu vollenden.
Zum Personal gehört eine ausgebildete Köchin, die das Team bei der Zubereitung der Nahrung für Kleinst- und Kleinkinder unterstützt und entsprechende Anleitung für die Sorgeberechtigten gibt. Die Sorge für die Hygiene kommt einer hauswirtschaftlichen Fachkraft zu.
Für externe Hilfeangebote kann mit Absprache des Fallmanagers beim ASD das soziale Netzwerk der Sorgeberechtigten, das Netzwerk "Frühe Hilfen" in Leipzig oder das bestehende Netzwerk des KMV Sachsen e.V. (Mitgliedsorganisationen des KMV Sachsen e.V.) mit Angeboten wie Frühförderung, Wohnangebote für sozial schwache Mütter mit Kindern, Freizeitgestaltung, Unterstützung von Familientherapeuten u.v.m. genutzt werden.
Verlassen die Familien mit ihren Kindern nach erfolgreicher Hilfe die Wohngruppe, kann eine mögliche, sich anschließende stationäre Unterbringung im Mutter/Vater- Kind- Wohnen des KMV erfolgen oder ambulante Nachbetreuung durch ihnen bekannte MA der SPFH des KMV stattfinden, so dass über den Aufenthalt in der Wohngruppe hinaus Kontinuität in der pädagogischen Arbeit und ein Fortbestehen des aufgebauten Vertrauensverhältnisses für die Kinder und deren Familien gewährleistet werden kann.
Durch die unmittelbare Nähe zur Mutter/Vater-Kind WG, zur Kinder und Jugend WG oder zur SPFH und zum KMV e.V. sind Synergieeffekte vorhanden. So können sich Mütter und Väter in gemeinsamen Gesprächsrunden treffen, gemeinsam Feste und Feiern gestalten, die Angebote des BiG (Begegnungszentrum im Grünen) nutzen oder sich austauschen und in Alltagsprozessen unterstützen.
 
 
 
 
 
 
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